Die Fahrt ins nirgendwo - LEBENSRAUM AARGAU - Mit der gemeinnützigen Stiftung der AKB soziale, kulturelle und ökologische Projekte realisieren 1

«Wildbienenparadies» – Solange wir ihnen nicht auf den Geist gehen, tun sie uns nichts

Foto: Michael Küng

Gansingen hat ein neues Schulhaus. Direkt neben dem neuen Schulhaus von Gansingen im Fricktal ist ein Wildbienenparadies entstanden – unter Einbezug der Schulkinder.

Als Mit­glied der ört­li­chen Bau­kom­mis­si­on und des Natur­schutz­ver­eins fand Bar­ba­ra Hol­lin­ger, dies sei der rich­ti­ge Zeit­punkt, der Natur etwas zurück­zu­ge­ben. So kam die Idee auf, hin­ter dem Schul­haus auf 600 m² ein Wild­bie­nen­pa­ra­dies als natur­na­hes Lern­um­feld (mit Info­ta­feln und QR-Codes) ein­zu­rich­ten. «Damit kön­nen wir die Bio­di­ver­si­tät för­dern sowie Schul­kin­der und Bevöl­ke­rung für den Wert von Wild­bie­nen und öko­lo­gi­scher Viel­falt sen­si­bi­li­sie­ren. Ide­al ist natür­lich, wenn das Wild­bie­nen­pa­ra­dies direkt vor der Nase ist», freut sich Hol­lin­ger, die das Pro­jekt ver­mit­tel­te. Ihre Zukunfts­idee ist, dass der Unter­halt des Wild­bie­nen­pa­ra­die­ses gemein­sam mit den Schul­kin­dern in Form von Pro­jekt­ta­gen gesi­chert wer­den kann.

Die Idee war gebo­ren, die Reso­nanz war gut. Es gab nur einen Haken. Die Kos­ten von 84 000 Fran­ken sind viel Geld. Die Gemein­de betei­lig­te sich mit 15 000 Fran­ken. Die rest­li­chen Mit­tel muss­ten die Initi­an­ten selbst brin­gen. 14 000 Fran­ken trug auf Ersu­chen hin die Stif­tung LEBENSRAUM AARGAU bei, wofür Bar­ba­ra Hol­lin­ger herz­lich dankt.

«Wild­bie­nen­flüs­te­rer» Yan­nick Schau­we­cker gehört zum Team von Kom­passB, der Fir­ma, die das Pro­jekt unter Ein­be­zug der Schü­ler und Lehr­kräf­te umge­setzt hat. Kom­passB beglei­tet das Pro­jekt auch noch eine Zeit­lang. Schau­we­cker weiss aus Erfah­rung, dass hier bald 80 bis 100 Bie­nen­ar­ten zu fin­den sind. 10 Pro­zent aller Arten sei­en bereits aus­ge­stor­ben, “umso wich­ti­ger und span­nen­der sind Pro­jek­te wie die­ses, wo wir auf klei­nem Raum so viel bewir­ken kön­nen».

Das Beson­de­re am Pro­jekt ist, dass 3.-, 4.-, 5.- und 6.-Klässler in den Bau «ihrer» Anla­ge ein­be­zo­gen wor­den sind. Das schafft Ver­bun­den­heit und Nähe. Da wur­de kräf­tig ange­packt, gepflanzt, eine Igel­burg gebaut, usw., und das auch bei Wind und Wet­ter.

Was sagen Schü­ler selbst dazu? Lau­ra fin­det es «eine gute Sache. Schön wäre es, wenn auch das Wet­ter mit­spie­len wür­de», meint sie schmun­zelnd am kühl­reg­ne­ri­schen Tag im Okto­ber, an dem wir die Bau­stel­le besu­chen. Yan­nick fin­det die Bepflan­zung cool und freut sich, dort durch­zu­ge­hen und zu beob­ach­ten. Kei­ne Angst, gesto­chen zu wer­den? Er lacht: «Solan­ge wir ihnen nicht auf den Geist gehen, tun sie uns nichts.»


Mehr Infor­ma­tio­nen: gansigen.ch/schule

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